Handlungsfeld 4 - Arbeitsmarkt & Bildung

Wandbild am Christian-Wolff-Gymnasium

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist von grundlegenden Veränderungen geprägt. Dazu gehören u. a. die Verfestigung von Arbeitslosigkeit, die Zunahme gering entlohnter Tätigkeiten und die teilweise Verdrängung regulärer, sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Hinzu kommen der Fachkräftemangel, eine vergleichsweise hohe Zahl an Jugendlichen ohne Schul- oder Ausbildungsabschluss und die Nicht-Anerkennung von Berufsabschlüssen bzw. Ausbildungen von Zugewanderten. Die Folgen dieser Entwicklung sind auch auf lokaler Ebene spürbar und treffen vor allem die ohnehin benachteiligten Gebiete. Dies verschärft sich mit der Tatsache, dass Neustadt nicht als funktionsgemischte Stadt, sondern unter dem Leitbild einer gegliederten Stadt entworfen wurde.

Neustadt diente hauptsächlich als Wohnstandort für die nahe gelegenen Chemiekombinate Buna und Leuna. Die Arbeitsplatzdichte, besonders in den Bereichen produzierendes Gewerbe oder Handwerk ist vergleichsweise gering. Unter Berücksichtigung dieser charakteristischen Merkmale des Stadtteils gilt es, eine übergreifende, ganzheitliche Strategie mit Maßnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation des Quartiers und seiner Bewohner*innen zu entwickeln. Diese sollte an verschiedenen Punkten ansetzen und entsprechend heterogen angelegt sein. Die Förderung der lokalen Ökonomie wird als ein solches Instrument gesehen und bildet daher einen wichtigen Bestandteil der strategischen Stadtentwicklung. Durch die Förderung und Stärkung der lokalen Ökonomie ergeben sich Synergien und Potenziale für verschiedene Handlungsfelder mit einzelnen Themenschwerpunkten, wodurch sich eine ganzheitliche Entwicklungsstruktur darstellen lässt.

Förderung von baulichen Maßnahmen für Bildung, Arbeit und lokale Ökonomien

Ziel ist die Verbesserung der sozialen und ökonomischen Situation im Stadtteil. Die Maßnahmen setzen in der Bildung an. Gefördert werden u.a. Projekte, die Kinder und Jugendliche im Stadtteil unterstützen, ihre Ausbildung zu beenden und einen Abschluss zu erhalten.
Wichtiger Bestandteil ist weiterhin die Förderung von Existenzgründungen (ggf. in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt). Dafür sollen niedrigschwellige Angebote zur Anmietung eines Büros mit Möblierung und Medienzugang (Digital Hub) im Stadtteil angeboten und damit gleichzeitig der Leerstand reduziert werden. Zur Förderung der lokalen Ökonomie wird eine Gewerbeflächenentwicklung und -revitalisierung für klein- und mittelständige Unternehmen (KMU) entlang der Nietlebener Straße und in den Quartiers- und im Stadtteilzentrum sowie im Bereich des MINT-Campus angestrebt.
Damit bieten sich auch die Voraussetzungen für die Ansiedlung und die Verbesserung kinder-, familien- und altengerechter bzw. weiterer sozialer Infrastrukturen und Dienstleistungen an. Für einige der Maßnahmen zur Standortentwicklung vor Ort und zur Vermarktung der Start-up Büros (Bürobörse) soll ein externer Projektmanager mit konkreter Aufgabenstellung für einen bestimmten Zeitraum eingesetzt werden.

MINT-Campus

Ziel der Stadt Halle (Saale) ist, das Campusprojekt mit dem Bau des Campushauses zu einem Leuchtturmprojekt Bildung mit Modellcharakter zu gestalten und erstmalig in Halle (Saale) den Quartiersschulansatz auf der Basis der bisherigen Projektentwicklung zum „MINT-Campus“ umzusetzen. Das Campushaus wird als eine neuartiger „dritter Ort“ gesehen, welcher der Interaktion der außerschulischen Kooperationspartner mit dem großen Schulstandort neue Möglichkeiten bietet.  Dabei sollen schulische und außerschulische Bildungsbedarfe im Quartier umfassend berücksichtigt werden. Hinzu kommen die Vermittlung von Grundqualifikationen für das digitale Zeitalter, handwerkliche Fertigkeiten sowie eine künstlerische Profilierung. Weiterhin wird die im integrierten Stadtentwicklungskonzept fixierte Strategie einer engeren Vernetzung des Technologieparks „weinberg campus“ mit dem Stadtteil Neustadt konkret untersetzt.
Nicht nur die die Lage im Zentrum des Stadtviertels Südliche Neustadt, sondern vielmehr auch die Bedeutung der umrissenen Themen Bildung, Partizipation und Nachbarschaft verleihen diesem Projekt die Rolle eines Leuchtturmes.

Konkrete Umsetzungsschritte sind:

  • Moderation (Mittel „Moderator*in Zukunftsstadt“)
  • LABOR 495 als Zwischennutzung
  • Realisierungswettbewerb für die Campusneubauten
  • MINT-Campus